
Wenn der Körper überreagiert – vom Reiz zur Regulation
Warum Symptome oft „unverdaute Erfahrung“ sind und wie neue Geschichten innere Räume öffnen
Manche Körper reagieren schneller, tiefer oder intensiver auf Reize.
Gerüche, Nahrungsmittel, Berührungen, Geräusche, emotionale Spannungen oder Stresssituationen lösen Reaktionen aus, die sich dem bewussten Einfluss scheinbar entziehen.
Aus ayurvedischer wie tantrischer Sicht ist das kein Zufall – und auch kein Zeichen von Schwäche oder „Defekt“. Vielmehr folgt der Körper einer zutiefst sinnvollen Logik.
Verdauung ist mehr als Nahrung
Im Ayurveda gilt eine zentrale Prämisse:
Alles, was wir erleben, muss verdaut werden.
Nicht nur Nahrung, sondern auch Eindrücke, Emotionen, Beziehungen, Gedanken, innere Bilder und Erfahrungen benötigen einen vollständigen Verarbeitungsprozess. Gelingt diese Verdauung nicht, entstehen Rückstände – im Ayurveda Ama genannt.
Ama ist kein rein körperliches Phänomen. Es kann sich zeigen als:
- Schwere, Trägheit oder Spannung im Gewebe
- wiederkehrende Entzündungen oder Überreaktionen
- emotionale Blockaden, diffuse Ängste oder innere Enge
- Überempfindlichkeiten, Allergien oder phobische Reaktionen
Tantra und Ayurveda treffen sich hier in einem entscheidenden Punkt:
Unverdaute Erfahrung bleibt nicht abstrakt – sie wird verkörpert.
Der Körper speichert, was der Geist nicht integrieren konnte
Ayurvedisch gesprochen lagern sich Eindrücke in den Kalas ein – funktionellen Schichten des Körpers, die sich modern betrachtet gut mit dem faszialen System vergleichen lassen.
Was nicht gefühlt, nicht gehalten oder nicht verstanden werden konnte, hinterlässt Spuren:
Zusammenziehen, Schutzspannung, Rückzug, Überwachsamkeit.
Tantrisch betrachtet entsteht daraus ein eingeschränkter Kontaktfluss:
Energie beginnt zu stocken, Wahrnehmung verengt sich, der Körper bleibt in einem früheren Reaktionsmodus gebunden.
Der Körper reagiert dann nicht auf das Hier und Jetzt,
sondern auf eine innere Erwartung – auf eine Geschichte, die längst geschrieben wurde.
Die Macht der inneren Geschichten
Jede Reaktion ist eingebettet in eine Bedeutung.
Unbewusst erzählen wir uns Geschichten wie:
- „Das ist gefährlich.“
- „Ich bin dem ausgeliefert.“
- „Mein Körper macht, was er will.“
- „Ich muss mich schützen.“
Diese Geschichten prägen unser Nervensystem, unsere Wahrnehmung und letztlich unser gesamtes Erleben. In der Sprache des Ayurveda könnte man sagen: Sie nähren bestimmte Samskaras – tiefe Eindrucksspuren im Geist-Körper-System.
Und genau hier setzt meine Arbeit an.
Nicht indem Symptome „weg gemacht“ werden.
Sondern indem der Raum entsteht, in dem neue Bedeutungen möglich werden.
Vom Reiz zur Regulation – ein Beziehungsprozess
Regulation bedeutet nicht Kontrolle.
Sie entsteht durch Beziehung.
Wenn der Körper erlebt, dass er wahrgenommen, gehalten und verstanden wird, kann sich das Nervensystem neu organisieren. Alte Schutzmuster verlieren an Notwendigkeit, nicht durch Willenskraft, sondern durch Erfahrung.
In der Verbindung von Ayurveda, Körperarbeit, tantrischer Präsenz und NLP-orientierter Bewusstseinsarbeit entsteht ein Raum, in dem:
- Reaktionen verstehbar werden
- Körpersignale ihre Bedrohlichkeit verlieren
- innere Geschichten überprüfbar werden
- neue Blickwinkel spürbar erfahrbar sind
Nicht als Versprechen von Heilung,
sondern als Weg zu mehr Resilienz, Selbstwahrnehmung und Selbstvertrauen.
Wenn sich die Geschichte ändert, ändert sich das Erleben
Viele Menschen erleben im Prozess, dass Symptome sich abschwächen, verändern oder ihren Schrecken verlieren – nicht, weil sie „wegtrainiert“ wurden, sondern weil der innere Kontext sich gewandelt hat.
Der Körper muss dann nicht mehr so laut sprechen.
Nicht mehr so schnell reagieren.
Nicht mehr so hart schützen.
Er darf sich neu orientieren.
Einladung
Der 6-wöchige Online-Gruppenprozess „Wenn der Körper überreagiert – vom Reiz zur Regulation“ bietet einen klar strukturierten, ruhigen Erfahrungsraum, in dem genau diese Zusammenhänge erforscht und verkörpert erfahrbar werden.
Er richtet sich an Menschen mit sensiblen Reaktionen, innerer Überreizung, Allergien oder einem Gefühl von „Mein Körper ist mir einen Schritt voraus“.
Nicht um etwas zu reparieren –
sondern um Beziehung aufzubauen.
Zu dir.
Zu deinem Körper.
Zu deiner Geschichte.